Motorprobleme - Fehlerbehebung

Inhalt

1. Einleitung

Wenn der Motor eines Linearantriebs nicht startet oder ungewöhnlich viel Strom zieht, ist schnelle Ursachenforschung gefragt. Denn die Gründe dafür können vielfältig sein – von mechanischer Überlastung bis hin zu elektrischen Anschlussfehlern. Unbehandelt führen solche Probleme nicht nur zu Stillständen, sondern mitunter auch zu Schäden an Motor, Bremse oder Steuerung. In diesem Artikel erfahren Sie, woran es liegen kann, wie Sie systematisch vorgehen und welche Maßnahmen helfen, das Problem dauerhaft zu beheben.

2. Typische Symptome

Probleme rund um den Motor äußern sich z.B. durch:

  1. Kein Anlauf (Motor dreht sich nicht)
  2. Auslösen der Sicherung beim Startversuch
  3. Lautes Brummen ohne Bewegung
  4. Langsamer oder ruckeliger Start
  5. Deutlich erhöhter Stromverbrauch unter Last

Diese Symptome deuten auf mechanische oder elektrotechnische Probleme hin, die wir im Folgenden betrachten.

3. Ursachen

3.1 Überlastung oder falsche Auslegung

Wird die Hublast höher als geplant, reicht das Anfahrmoment des Motors möglicherweise nicht mehr aus – er startet nicht oder schaltet direkt ab. Dasselbe gilt bei fehlerhafter Dimensionierung: Wurde der Motor zu klein gewählt, ist er überfordert, sobald sich Last oder Reibung erhöhen. Eine kurzfristige Lösung wie ein „größerer Frequenzumrichter“ hilft hier nicht – die Ursache liegt im mechanischen System.

3.2 Falsche Versorgungsspannung

Ein Drehstrommotor ist auf eine bestimmte Netzspannung und Frequenz ausgelegt (z.B. 400 V, 50 Hz). Wird er mit abweichender Spannung betrieben (z.B. falsche Stern-/Dreieck-Schaltung, unpassende Phasenfolge, fehlerhafte Spannungsquelle), bringt er unter Umständen nicht die erwartete Leistung oder bleibt ganz stehen. Das Typenschild und der Schaltplan geben Aufschluss.

3.3 Bremse öffnet nicht

Elektromotoren mit Haltebremse sind im Ruhezustand gebremst – die Bremse öffnet nur bei korrekt anliegender Spannung. Ist die Steuerung falsch angeschlossen, die Bremsspannung unterbrochen oder eine Sicherung defekt, bleibt die Bremse geschlossen. Auch das verhindert ein Anlaufen.

3.4 Mechanischer Blockierer oder Fehler in der Lastkette

In seltenen Fällen kann auch ein mechanischer Defekt (z.B. ein verklemmtes Gewinde, ein blockierter Schlitten oder eine deformierte Führung) das Problem verursachen. Der Motor versucht anzulaufen, wird aber mechanisch am Drehen gehindert – mit entsprechend hohem Strombezug oder Sicherheitsabschaltung.

4. Maßnahmen zur Behebung

4.1 Last und Auslegung prüfen

  1. Vergleichen Sie die tatsächliche Hublast mit der ursprünglich angenommenen Last.
  2. Prüfen Sie, ob sich im Lauf der Zeit Änderungen ergeben haben (z.B. Zusatzlasten, Reibungsänderung, neue Anbauten).
  3. Wenn nötig, Motorleistung erhöhen oder alternativ ein Untersetzungsgetriebe einsetzen: Weniger Drehzahl, dafür höheres Drehmoment.

Hinweis: Auch das mechanische Hubelement (z.B. Spindel oder Schubkette) muss für die höhere Last ausgelegt sein.

4.2 Stromversorgung kontrollieren

  1. Prüfen Sie die anliegende Spannung an Motor und Bremse.
  2. Kontrollieren Sie die Phasenlage bei Drehstrom.
  3. Testen Sie die Steuerleitungen zur Bremse – liegt die korrekte Spannung an?
  4. Beachten Sie die Angaben auf dem Typenschild – dort finden Sie Spannung, Stromaufnahme, Schaltung, Frequenz und ggf. Hinweise zur Bremse.

4.3 Technische Unterlagen anfordern

  1. Falls Unklarheiten bestehen, fordern Sie bei Ihrem Lieferanten den Schaltplan, die technischen Datenblätter oder die Anschlussbeschreibung an.
  2. Wichtig bei Bremsmotoren: Liegt ein separates Bremsschild oder eine externe Ansteuerung vor?

4.4 Mechanische Komponenten prüfen

  1. Bewegen sich alle Antriebskomponenten frei und gleichmäßig?
  2. Gibt es Anzeichen für Blockaden, Verbiegungen oder Fremdkörper in der Führung?
  3. Im Zweifelsfall Antriebseinheit manuell drehen oder ausbauen und auf Leichtgängigkeit prüfen.

5. Fazit

Ein Motor, der nicht startet oder ungewöhnlich viel Strom zieht, ist immer ein Alarmsignal – aber mit systematischer Fehlersuche meist schnell erklärbar. Ob mechanische Überlast, fehlerhafte Auslegung oder Probleme bei der Stromversorgung: Wer die typischen Schwachstellen kennt, kann gezielt prüfen und das Problem beheben, bevor größere Schäden entstehen. Technische Daten, Typenschilder und ein genauer Blick auf Last und Anschluss helfen, schnell zur Lösung zu kommen.

Wir stehen jederzeit zur Verfügung, sollten die beschriebenen Maßnahmen keinen Erfolg zeigen.

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Philipp Schmalzhaf

Philipp Schmalzhaf, Vertriebsleiter

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