Inhalt
Fett- und Ölverlust am Hubgetriebe erkennen und beheben
Wartung
1. Einleitung
Schmierstoffe wie Fette und Öle sind essenziell für die Lebensdauer von Spindelhubantrieben und Getrieben. Sie reduzieren Reibung, schützen Bauteile vor Verschleiß und Korrosion und tragen zur Wärmeableitung bei. Dennoch kann es – je nach Einsatz und Umgebung – zum Austritt dieser Schmierstoffe kommen. Dieser Artikel beleuchtet typische Ursachen und zeigt, wie sich die Probleme vermeiden oder beheben lassen.
2. Bedeutung von Schmierstoffen
Fette und Öle übernehmen in Spindelhubantrieben mehrere Aufgaben gleichzeitig:
- Schutz vor Reibung und Verschleiß bei gleitenden Bauteilen
- Korrosionsschutz durch Abdichtung empfindlicher Oberflächen
- Wärmeabfuhr aus dem Inneren des Getriebes
- Kriechfähigkeit auch an schwer zugänglichen Stellen
Ein ungewollter Verlust von Schmierstoff kann nicht nur zu Verschmutzung, sondern auch zu einem frühzeitigen Ausfall führen.
3. Ursachen für Fett- und Ölaustritt
3.1 Ausbluten von Schmierfetten
Beim sogenannten "Ausbluten" trennen sich flüssige und feste Bestandteile eines Fettes. Dieser Effekt tritt typischerweise bei längerer Lagerung ohne Bewegung auf, etwa wenn Ersatzgetriebe über Monate oder Jahre unbenutzt im Lager liegen.
3.2 Überfüllung der Getriebebox
Spindelhubantriebe werden standardmäßig mit einer bestimmten Fettmenge ausgeliefert. Wird das Getriebe nachträglich überfüllt, kann überschüssiges Fett bei Erwärmung und Bewegung austreten – etwa über die Dichtstellen oder Entlüftungsöffnungen.
3.3 Beschädigte Dichtungen
Dichtungen am Hubelement können beim Transport oder bei unsachgemäßer Montage beschädigt werden. Einmal beschädigt, halten sie den Schmierstoff nicht mehr zuverlässig zurück – besonders bei Temperaturanstieg oder Druckveränderungen.
3.4 Überkopf-Einbau (Spindel oben)
Wird ein Standard-Hubgetriebe überkopf montiert, kann sich Fett in Richtung Spindel bewegen und dort verstärkt austreten. Der gewünschte Mittransport des Fettes durch die Spindel wird durch die Schwerkraft zusätzlich verstärkt – was zu einem unerwünschten "Fettüberschuss" an der Spindel führen kann.
4. Maßnahmen zur Vermeidung oder Behebung
4.1 Gegen Ausbluten: Schmierstoff aktivieren
Ein einfaches Durchmischen des Fettes bei Inbetriebnahme reicht oft aus, um ausgetretene Ölanteile wieder zu binden. Alternativ kann – vor Inbetriebnahme – ein Fettwechsel erfolgen.
4.2 Fettmenge prüfen
Die Getriebebox sollte nie über das empfohlene Maß hinaus befüllt werden. Bei Unsicherheit empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem Hersteller.
4.3 Dichtungstausch
Beschädigte Dichtungen lassen sich in vielen Fällen mit geringem Aufwand tauschen. Liegt ein Fertigungs- oder Transportschaden vor, kann dies ggf. im Rahmen der Gewährleistung behoben werden.
4.4 Sonderoption: Zweikammernschmierung
Um den Effekt des Fetttransports zu eliminieren, empfiehlt sich ab Werk eine sogenannte Zweikammernschmierung (nur vor Bestellung des Antriebs möglich). Dabei wird die Getriebebox hermetisch geschlossen, sodass kein Fett zur Spindel aufsteigen kann. Wichtig: In diesem Fall muss die Spindel händisch geschmiert werden.
5. Fazit
Fett- und Ölaustritte sind meist kein Zeichen eines Defekts, sondern auf typische Anwendungsfehler oder äußere Einflüsse zurückzuführen. Mit einfachem technischen Verständnis und der Beachtung einiger Grundregeln – wie Dichtungsschutz, richtiger Montageposition oder korrekt befüllter Getriebebox – lassen sich viele Probleme im Vorfeld vermeiden. Für spezielle Einbausituationen wie Überkopfmontage stehen zudem bewährte Sonderlösungen zur Verfügung.
Wir stehen jederzeit zur Verfügung, sollten die beschriebenen Maßnahmen keinen Erfolg zeigen.
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Philipp Schmalzhaf, Vertriebsleiter
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