Keine Parkplatzsuche mehr: Wie die TowerChain Fahrzeuge platzsparend einparkt

Inmitten des Parkchaos von Los Angeles zeigt ein innovatives Parksystem, wie die TowerChain Autos platzsparend und sicher in mehrstöckige Parkebenen bewegt

Philipp Schmalzhaf

von Philipp Schmalzhaf, Vertriebsleiter

TowerChain im Parkhaus Los Angeles

Intelligente Parklösung in überfüllten Städten

Marina Del Rey in Los Angeles, Metropole der unbegrenzten Möglichkeiten. Und gleichzeitig Synonym für nervenaufreibendes Parkchaos, stellt Autofahrer tagtäglich vor dieselben Herausforderungen: endlose Runden, hektisches Winken und das ständige Risiko von Kratzern durch enge Parklücken.

Genau hier greift das AUTOParkit™-System von Dasher Lawless: Der Autofahrer rollt sein Fahrzeug stressfrei in die Einfahrstation, übergibt den Schlüssel und überlässt Technik und Steuerung die gesamte Logistik. Binnen Sekunden hebt sich die Plattform, das Auto gleitet lautlos in die Tiefen mehrstöckiger Parkfelder – die Suche nach einem freien Platz entfällt, und Blechschäden gehören der Vergangenheit an.

TowerChain als automatisiertes Parksystem

Sicher und kompakt werden Autos mit einem Schubkettensystem eingeparkt

Welche Rolle die TowerChain bei dieser Lösung spielt

Entscheidend für diese nahtlose Erfahrung ist der innovative Antrieb, der unter dem Betonsockel verborgen arbeitet: die TowerChain - ein Schubkettensystem von GROB Antriebstechnik. Ursprünglich wäre eine kostengünstigere Lösung mit Stahlzugseilen denkbar gewesen, doch im dichten Geflecht der Tiefgaragenbauwerke fehlte es an der nötigen Deckenhöhe, und die Statik wäre durch Zuglasten zu stark belastet worden. Die Ingenieure entschieden sich daher für eine bodenseitige Auslegung der Kettengehäuse. Entsprechend drücken die TowerChain-Module von unten gegen die Plattform, übertragen die Last direkt in die Bodenplatte und sparen teure Deckenaussteifungen.

Keller Parkhaus Los Angeles

Die hohe Tragfähigkeit jedes einzelnen Kettenglieds ermöglicht es, Fahrzeuge mit Gewichten weit über 5 Tonnen zu heben und dabei stets eine gleichmäßige Verteilung der Kräfte zu gewährleisten. Die kompakte Bauhöhe der Schubkettengehäuse erlaubt enge Bauräume, wodurch der Einbauraum im Vergleich zu herkömmlichen Systemen wesentlich kleiner ausfällt. Ohne Seilspiel und Abrutschrisiko läuft der Hubmechanismus ruckfrei, was nicht nur die mechanischen Komponenten schont, sondern auch das Vertrauen der Nutzer in das System stärkt.

Auch aus wartungstechnischer Sicht spielt die Wahl der TowerChain-Module ihre Stärken voll aus. Dank modularer Kettenglieder lassen sich Verschleißteile rasch und ohne Demontage großer Baugruppen austauschen, und das Schmierkonzept gewährt lange Service-Intervalle zwischen den Servicezyklen. In Kombination mit einem ausgefeilten Sicherheitsmanagement nach Maschinenrichtlinie entsteht ein Betriebskonzept, das den Alltag in Parkhäusern revolutioniert und zugleich den Betriebskosten signifikant zu Leibe rückt.

TowerChain Beschriftung

Wie das TowerChain-System funktioniert

TowerChains setzen sich aus hochpräzisen Kettengliedern mit seitlichen Schultern zusammen, die sich unter axialer Belastung formschlüssig verhaken und so Druckkräfte in Hubbewegungen umwandeln. Über ein Kettenrad im Antriebsgehäuse werden die Glieder aus einem Magazin herausgezogen und verhärten zur starren Einheit, während der unbelastete Rücklauf wie eine normale Kette über Umlenkrollen platzsparend in ein Rücklagersystem geführt wird. So entstehen endlos lange, schnelle und hochpräzise Linearbewegungen auch in beengten Bauräumen. Die Speicherung in dieser Anwendung erfolgt auf der Rückseite der Hubbewegung, sodass eine Hubsäule entsteht.

Mit bodenseitiger Montage und kraftschlüssigen Schubketten hebt AUTOParkit™ die automatisierte Parklogistik auf ein neues Niveau. Das Ergebnis: Maximale Stellplatznutzung, minimale Betriebskosten und kompromisslose Sicherheit.

Häufig gestellte Fragen zu Schubketten

Eine Schubkette ist eine Art Kette, die sich nicht nur ziehen, sondern auch schieben lässt. Wenn die Glieder der Kette zusammengeschoben werden, bleiben sie stabil und starr, sodass man damit Dinge vorwärts bewegen kann. Sie wird oft in Maschinen benutzt, um etwas zu heben oder zu schieben.

Was eine Schubkette ist und wo sie angewendet wird - GROB chevron_right

Die Kette der Schubkette besteht aus Gliedern, die sich auf die Schultern und Bolzen des Folgeglieds stützen. Die Kette der TowerChain ist durch Kettenglieder in U-Form aufgebaut und ermöglicht eine höhere Stabilität. Dadurch werden ungeführte Hübe von über 4 m möglich.

  1. Die Last muss immer geführt sein
  2. Die Beschleunigung sollte über eine Rampe gesteuert sein
  3. Die Kette kann keine Schwenkbewegung durchführen
  4. Die zulässige Knicklänge darf nicht überschritten werden
  1. Standard: 180°C
  2. Hochtemperatur dauerhaft: 550°C
  3. Hochtemperatur kurzzeitig (unter 2 Minuten): 1050°C

Abhängig von der Baugröße liegt die Antriebsdrehzahl üblicherweise bei unter 50 1/min.

Ja, Schubketten-Hubanlagen sind üblich.

Im Standard können Schubketten mit 250mm/s verfahren werden. Realisiert wurden bereits Sonderanwendungen mit über 800mm/s

Ja, abhängig von der Nähe zum Produkt kann die Kette auch komplett in Edelstahl ausgeführt werden.

  1. Elektronische Brücke: Wird jedes Hubelement der Anlage mit einem Motor angetrieben, dann kann über Drehgeber eine elektronische Brücke hergestellt werden.
  2. Mechanische Verbindungselemente: Ausfallsicher und günstiger sind Verbindungswellen und Verteilergetriebe, die alle Hubelemente einer Anlage miteinander verbinden können.

Ja, der Einsatz rostfreier Materialien ist ein übliches Vorgehen für Umgebungen mit aggressiven Medien.

Nein, Schwenkbewegungen sind mit der Schubkette nicht möglich.

65% mit Kettenmagazin, 80% mit freier Kette

Der Polygoneffekt tritt auf wenn eine Kette durch ein Antriebsrad formschlüssig angetrieben wird. Dabei kann die Kette auf dem Antriebsrad nicht kreisrund auf- und ablaufen, sodass es zu Abwinkelungen des Zugmittels kommt. Die Geschwindigkeit der Kette schwankt dann periodisch um eine mittlere Geschwindigkeit, was sich in Vibrationen an der Kette äußern kann.

Da die Kette durch den Polygoneffekt eine radiale Bewegung macht, werden die Führungsplatten verlängert und wenig Spiel zugelassen. Damit wird dieser Effekt abgeschwächt.

Nein, die Last muss immer geführt sein

Dazu gibt es keine Berechnungsgrundlage. Die Knicklänge wurde durch Tests ermittelt. Ein entsprechendes Diagramm für horizontale Anwendungen finden Sie hier: Gesamtkatalog 2023 (grob-antriebstechnik.de). Bei vertikalen Anwendungen wenden Sie sich an uns.

  1. Schmiersystem: angebaute Schmierbürsten verlängern die Lebensdauer
  2. Kettenmagazin: die Kette kann hinter dem Gehäuse aufgerollt werden
  3. Untersetzungsgetriebe: gerade in Hubanlagen ist es sinnvoll durch Getriebe das Drehmoment zu reduzieren
  4. Kraftmessdose: zur Messung der Axiallast und Schutz vor Überlastung

Nein, eine Schubkette kann selbst nie die Führung übernehmen. Die Last muss geführt sein.

Nein, im Rahmen der Knickung können Schubketten auch ohne Führung eingesetzt werden.

  1. Bei Drucklast: abhängig von der Steuerung kann eine 100%-tige Wiederholbarkeit erreicht werden
  2. Bei wechselnder Last: die Steuerung muss hier das Umkehrspiel am Kettenrad und die Fertigungstoleranzen in den Kettengliedern berücksichtigen.

Standardmäßig sind GROB-Ketten verzinkt. Für Umgebungen mit aggressiven Medien können Ketten aus Edelstahl verwendet werden.

  1. Last muss geführt sein
  2. Schubkettengröße muss richtig gewählt sein
  3. Es sollte über eine Rampe gefahren werden

Ja, durch vergütete Kettenglieder wird eine um das 4fache höhere Standzeit erreicht.

  1. Kettenspeicher (Magazin) wickelt die Kette in mehreren Kreisbahnen auf. Vorteil: größere Platzeinsparung
  2. Kettenabdeckung schützt die am Gehäuse angebundene Kette. Durch die Anbindung stellt die Kette sich auf und halbiert so die Hublänge. Vorteil: günstiger

Ja, die Kette kann so 90° zur Hubbewegung gespeichert werden oder sogar 180° (parallel) zur Hubbewegung, wie beispielsweise bei Werkzeugtischen. Der Hub läuft dann auf dem Tisch, während die Speicherung parallel dazu unter dem Tisch läuft.

Die T-Führung wurde entwickelt, wenn der Platz für die Standardschiene über der Gleitfläche fehlt. In einem Anwendungsbeispiel musste der Kunde mit dem Gabelstapler rangieren. Es wurde die T-Führungsschiene dann im Boden eingelassen und die Fahrzeuge konnten dann weiterhin ungestört rangieren.

Wir empfehlen immer unser Standardglied zur Anbindung Ihrer Last. Verwenden Sie dabei alle Bohrungen um eine korrekte Belastung der Kette zu erreichen. Maße für das Vorderglied finden Sie hier: Gesamtkatalog (grob-antriebstechnik.de)

Nein, Sie sollten eine Bremse am Motor vorsehen.

Die unterschiedlichen Einbaulagen ändern nichts an der Verwendbarkeit von Schubketten (bspw. durch Ölschaugläser o.ä.). Durch einfache Änderung der Anbauseite der Befestigungswinkel, können die Aufnahmeseiten beliebig angepasst werden.

Dazu gibt es keine Berechnungsgrundlage. Tests haben gezeigt, dass bei Standardketten 250.000 Zyklen und vergütete Ketten 1.000.000 Zyklen realistische Werte darstellen.

Frage nicht dabei?

Weitere Anwendungsbeispiele und Antriebslösungen finden Sie hier

Schubkette SK - GROB GmbH Antriebstechnik

Was ist eine Schubkette?

Entdecken Sie in unserem Einstiegsartikel die Grundlagen der Schubketten und die beeindruckende Technologie dahinter. Wir erklären, wie Schubketten arbeiten und welchen wichtigen Beitrag sie in verschiedenen Anwendungen leisten. Tauchen Sie ein und erfahren Sie, warum Schubketten eine Schlüsselkomponente für präzise lineare Bewegungen sind.

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Thomas Möschle, Großkundenbetreuer